Neuen stellvertretenden Wehrleiter gewählt

02. April 2017 l Ob es brennt, die Straße nach einem Unfall von auslaufendem Öl gereinigt werden muss oder jemand vor seiner verschlossenen Haustür steht – seit über 25 Jahren ist Ramon Weil zur Stelle und hilft in Not geratenen Alzeyern. 
 
 
 
Ein Ende der Hilfe ist nicht in Sicht – im Gegenteil. Denn zu Beginn des Monats wurde der hauptamtlich in Worms tätige Feuerwehrmann zum stellvertretenden Wehrleiter der Volkerstadt ernannt. Zu einer „sehr spannenden Zeit“, wie Weil feststellt.Schon sein ganzes Leben lang dreht sich bei dem 39-Jährigen alles um rote Autos, Drehleitern und Atemschutzmasken. Kurzum: Ramon Weil lebt den Traum vieler Jungen. Ihm selbst sei es in die Wiege gelegt worden, wie der Alzeyer schmunzelnd berichtet. Bereits die Mutter war aktives Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr Wendelsheim. Nur logisch also, dass es ihn bereits im Jugendalter zu den Brandbekämpfern zog. Mit 16 folgte dann der Eintritt in die aktive Wehr. Mit der Volljährigkeit kam das Amt des Jugendgruppenleiters dazu. 2007 wurde er dann zum Jugendfeuerwehrwart in seiner Heimatgemeinde – alles ehrenamtlich.
Doch auch in seinem Beruf drehte sich alles um das Thema Feuerwehr. Der gelernte Industriekaufmann versorgte die Wehren von sechs Landkreisen in Hessen und Rheinland-Pfalz mit notwendigen Produkten. Vom Funkgerät bis hin zum Löschfahrzeug. Zahlreiche Kontakte konnte er so knüpfen und sich ein großes Wissensrepertoire aneignen, dass er nun der Stadt Alzey, den umliegenden Gemeinden und dem Kreis zugutekommen lassen möchte, zusammen mit der praktischen Erfahrung, die Weil in sein neues Amt mit einbringt.
Denn seit 2012 ist er hauptamtlicher Feuerwehrmann in Worms. „Ich weiß, wie der Hase läuft“, sagt Weil selbstsicher. Man könne die Feuerwehr als ein mittelständiges Unternehmen betrachten. Ein Vergleich, der in Anbetracht von über 100 Hilfskräften allein in Alzey alles andere als weit hergeholt erscheint. Vor allem, da es nicht nur um die Leitung der Einsätze gehe, wie der neue stellvertretende Wehrleiter anmerkt. Die Ausbildung und Versorgung des Personals gehört ebenso zu seinen Tätigkeiten wie auch die Brauchtumspflege. 
 
„Jetzt muss ich aber erst noch einmal die Schulbank drücken“, sagt Weil. Erst wenn er die Verbandsführerausbildung und die Ausbildung zum Leiter einer Feuerwehr auf der Landesfeuerwehrschule in Koblenz absolviert hat, kann er seinen Wehrleiter, Joachim Ganz, vollständig unterstützen und entlasten. Zwischen Schichtdienst und Familie ist die Weiterbildung kein leichtes Unterfangen.
 
„Die Familie muss da natürlich mitziehen“, so Weil, der Vater einer zweijährigen Tochter ist. Seine Frau hat er ebenfalls über das Hobby kennengelernt. „Da ist der Rückhalt natürlich hoch.“ Damit bei so vielen Tätigkeiten im Dienste der Brandbekämpfer alles glatt läuft, ist Teamarbeit die Grundvoraussetzung. Nicht nur innerhalb der Wache. „Wir arbeiten sehr eng mit den umliegenden Wehren, der Polizei und den Rettungskräften sowie dem THW zusammen“, erklärt er. Meist allerdings nur bei Einsätzen. Das möchte Ramon Weil ändern. „Die privaten Kontakte zwischen den Hilfskräften kommen meist zu kurz.“
 
Ein Grund mehr, die bevorstehenden Jubiläen gebührend zu feiern, um so die Kameradschaft und die Zusammenarbeit noch stärker festigen zu können.
 
Text: Allgemeine Zeitung, Pascal Schmitt
Bild: Allgemeine Zeitung, Photoagenten, Carsten Selak