Ausbildung

"Retten - löschen - bergen - schützen", mit diesen vier kleinen Verben werden bereits die wesentlichen Aufgaben der Feuerwehren beschrieben. Im Vordergrund steht natürlich immer die Rettung von Menschen und Tieren sowie die eigentliche Brandbekämpfung. Aber auch zur Erhaltung von bedeutenden Sachwerten oder zur Abwehr von Gefahren für den Menschen und die Umwelt ist die Feuerwehr zuständig.

Um all diese Aufgaben auch wahrnehmen zu können, ist nicht nur eine umfassende Ausrüstung nötig, sondern vor allem auch eine fundierte Ausbildung der Einsatzkräfte. So werden zu Beginn einer Feuerwehrlaufbahn die grundlegendsten Sachen im Grundlehrgang und einer zweijährigen Truppmannausbildung am Feuerwehrstandort vermittelt. Mit verschiedenen zusätzlichen Lehrgängen, die auf Kreisebene statt finden, können spezifische Zusatzfunktionen wie Sprechfunker, Atemschutzgeräteträger, später Truppführer und Maschinistenlehrgang erworben werden. Weiterführende Lehrgänge werden zu gegebener Zeit in der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Koblenz durchgeführt.

 

Die Lehrgänge (Kreisausbildung) - Grundlage für die Teilnahme an Einsätzen

Die Kreisausbildung im Landkreis Alzey – Worms vermittelt den Feuerwehrangehörigen in verschiedenen Lehrgängen das nötige Grundwissen um die Aufgaben im Feuerwehrdienst wahrnehmen zu können.  

 

TRUPPMANNAUSBILDUNG (GRUNDLEHRGANG)

Der Grundlehrgang schafft die Basis um aktiv und vor allem sicher im Einsatzdienst teilnehmen zu können. Den "Feuerwehrneulingen" werden dem Feuerwehrangehörigen die wichtigsten Tätigkeiten in der Feuerwehr in theoretischer und praktischer Ausbildung vermittelt. Rechtsgrundlagen, Brennen & Löschen, taktisches Wissen im Lösch - und Hilfeleistungseinsatz, gefährliche Stoffe & Güter sowie Fahrzeug – und Gerätekunde sind die wichtigsten Ausbildungsinhalte.

SPRECHFUNKERLEHRGANG

Der Sprechfunkerlehrgang wird im Anschluss an den Grundlehrgang und innerhalb der ersten zwei Jahre - also während der zweijährigen Truppmannausbildung - durchgeführt. Voraussetzung dafür ist der erfolgreich abgeschlossene Grundlehrgang. Hier werden den Feuerwehrangehörigen die nötigen Kenntnisse im Umgang mit Sprechfunkgeräten und im Nachrichtendienst vermittelt. Zu den Ausbildungsinhalten zählen unter anderem die rechtlichen, technischen und physikalischen Grundlagen, Gerätekunde, Funkalarmierung und die eigentliche Durchführung des Sprechfunkverkehrs sowie Kartenkunde. 

ATEMSCHUTZLEHRGANG

Der Atemschutzgeräteträgerlehrgang wird nach Abschluss der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt. Die ärztlich nachgewiesene Atemschutztauglichkeit (Grundsatz G26), ein Mindestalter von 18 Jahren und kein Bart sind die Voraussetzungen für diesen Lehrgang, der ergänzend zur Feuerwehrgrundausbildung durchgeführt wird. In theoretischen und praktischen Ausbildungsstunden werden die Kenntnisse über die Bedeutung des Atemschutzes, die Anforderungen an Atemschutzgeräteträger, Aufbau und Umgang mit Atemschutzgeräten gelehrt. Neben einer theoretischen Prüfung ist der Besuch der Atemschutzstrecke als praktische Prüfung festgelegt.

TRUPPFÜHRERLEHRGANG

Der Truppführerlehrgang wird nach Abschluss der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt. Hier werden dem Feuerwehrangehörigen die Grundlagen vermittelt, übertragene Aufträge als Führer innerhalb eines Trupps fachlich richtig und selbstständig auszuführen. Die Teilnehmer erlangen dabei Kenntnisse über Rechtsgrundlagen, Brennen & Löschen, taktisches Wissen im Lösch - und Hilfeleistungseinsatz, gefährliche Stoffe & Güter sowie Fahrzeug – und Gerätekunde.

MASCHINISTENLEHRGANG

Der Maschinistenlehrgang wird ebenfalls nach Abschluss der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt. Hier werden dem Feuerwehrangehörigen die Grundlagen vermittelt, Löschfahrzeuge, bzw. Tragkraftspritzen, Aggregate und Sonderaggregate sowie feuerwehrtechnische Beladung zu bedienen. In überwiegend praktischer Ausbildung werden unter anderem die Aufgaben des Maschinisten, Rechtsgrundlagen, Löschwasserentnahmestellen, Löschfahrzeuge und Feuerlöschkreiselpumpe sowie die Grundlagen in der Wasserförderung vermittelt.

CSA-TRÄGER LEHRGANG

Der Lehrgang zum CSA-Träger kann nach Abschluss der zweijährigen Truppmannausbildung durchgeführt werden. Voraussetzung ist die abgeschlossene Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger. Dabei wird den Feuerwehrangehörigen das Arbeiten unter erschwerten Bedingungen des Chemikalienschutzanzuges vermittelt. Unter anderem sind Belastung, Gefährdung und Einsatzgrenzen des CSA, Dekontamination, Einsatzgrundsätze und das Verhalten in Notsituationen Ausbildungsinhalte dieses überwiegend praktischen Lehrgangs.



Die Ausbildung in der Feuerwehr Alzey


 

Die Ausbildung der Feuerwehr Alzey findet regelmäßig einmal im Monat (Monatsübung) statt. Dabei werden unter anderem die Handhabung feuerwehrtechnischer Geräte und auch objektbezogene Ausbildungen durchgeführt.

Die Brandschutzausbildung findet in der Regel am ersten Wochenende des Monats, sonntags - am gleichen Wochenende wie die Gefahrstoffzugausbildung - statt. Dabei liegen die Schwerpunkte im Bereich des abwehrenden Brandschutzes und der technischen Hilfeleistung. 

STATIONSAUSBILDUNG

Früher war die Feuerwehr hauptsächlich zur Brandbekämpfung im Einsatz. Heutzutage besteht aber auch ein Großteil der Arbeit in der technischen Hilfeleistung. So wird die Feuerwehr zum Beispiel bei Verkehrsunfällen immer öfter angefordert um in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst die Verunfallten aus ihren Fahrzeugen möglichst schonend zu befreien. Diese Rettungsmaßnahmen setzen voraus, dass eine intensive Ausbildung an dem feuertechnischen Rettungsgerät wie Rettungsschere, Spreizer aber auch zum Beispiel Hubrettungszylindern durchgeführt wird. In Stationsausbildungen werden in kleineren Gruppen verschiedene Ausbildungsinhalte aus den Bereichen Brandschutz und Technische Hilfe durch die Ausbilder vermittelt und die erworbenen praktischen Kenntnisse in kleineren Übungen vertieft.

EINSATZÜBUNGEN

Nicht nur die Ausbildung mit dem technischen Gerät der Feuerwehr Alzey wird geübt, es werden während der Monatsübung auch sogenannte Objektübungen (Einsatzübungen) durchgeführt. Zum einen kann dabei der Ausbildungsstand der Einsatzkräfte sehr gut beurteilt werden und zum anderen wird die Zusammenarbeit untereinander besser geschult. Letztlich sind die Übungen in besonderen Objekten in Alzey, wie zum Beispiel Schulen oder ansässige Firmen auch eine sehr gute Möglichkeit für die Einsatzkräfte, sich mit den örtlichen Gegebenheiten und daraus eventuell resultierenden Problemen im Einsatzfall auseinander zu setzen.

GEFAHRSTOFFZUG

Ein wichtiger Punkt in der Gefahrenabwehr durch die Feuerwehr ist der Umwelt- und Katastrophenschutz. Nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in Industriebetrieben und auch im häuslichen Bereich kann eine Gefahr von gefährlichen Stoffen ausgehen und zu Unfällen führen. Die Feuerwehr Alzey als Teil des Gefahrstoffzuges des Landkreises Alzey – Worms ist für solche Notfälle mit entsprechenden Fahrzeugen ausgerüstet.

Im Landkreis Alzey - Worms ist der Gefahrstoffzug des Landkreises auf die Freiwilligen Feuerwehren aus Alzey und Osthofen verteilt. Im Schadensfall mit gefährlichen Stoffen bilden diese zwei Feuerwehren den Gefahrstoffzug Alzey - Worms. Neben der theoretischen Ausbildung über Gefahrenstoffe, deren Kennzeichnung und geeigneter Schutz - und Abwehrmaßnahmen, ist auch die Handhabung von Messgeräten im Strahlenschutzeinsatz und die Übung unter Einsatzbedingungen ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung im Gefahrstoffzug.

Die Übungen finden einmal im Monat samstags statt. Die Feuerwehr Alzey übt dabei regelmäßig das Anlegen der Chemikalienschutzanzüge, das Identifizieren von Stoffen anhand der Kennzeichnungen und Stoffdatenbanken, das Auffangen von Stoffen und Abdichten von Leckagen sowie die Dekontamination (Reinigung) von Personal und Schutzanzügen an der Einsatzstelle.


Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule

Zusätzlich zu den Kreislehrgängen und der Ausbildung innerhalb der Wehr, bietet die Landesfeuerwehr - und Katastrophenschutzschule LFKS in Koblenz weiterführende Lehrgänge an. Die Feuerwehr- und Katastrophenschutzschule (LFKS) ist die zentrale Ausbildungsstätte für die Freiwilligen Feuerwehren, die Berufs- und Werkfeuerwehren und die anderen Hilfsorganisationen in Rheinland-Pfalz. In rund 250 Veranstaltungen werden jährlich ca. 6.000 Kräfte der verschiedenen Organisationen geschult. Die für den Teilnehmer kostenlose Unterbringung und Verpflegung wird dabei von der LFKS gewährleistet. Die theoretische Ausbildung erfolgt in 11 Lehrsälen und die praktische auf einem Übungsgelände, welches von einem Tauchturm über Eisenbahnwaggons bis zu einer Feuerlöschübungsanlage alles bietet. Teilnehmende erlernen das richtige Einsetzen von Spezialgeräten bei der Fernmeldetechnik, technischen Hilfe und Gefahrstoffeinsätzen. Das Führen von Einsatzkräften in Gruppen-, Zug- oder auch Verbandsstärke, die sachkundige Wartung, Reparatur und Prüfung von Geräten sowie die Ausbilderschulung von Kreisausbildern sind weitere Themenschwerpunkte der Ausbildungsbereiche.

http://internet.lfks-rlp.de/Aktuelles.16.0.html